Forschungsarbeiten

Neben den klassischen landwirtschaftlichen Tätigkeiten werden im Rahmen der laufenden Arbeit verschiedene Fragestellungen und Teilprojekte wissenschaftlich bearbeitet. 

Dazu gehört z.B. die Klärung der Populationsdynamik von Wildbienen und Insekten wozu ein grosses "Insektenhotel " errichtet wurde. An diesem Objekt sollen u.A. die Fragen bezüglich Nistpräferenzen geklärt werden.

 

Die Analyse der floristischen Lebensräume

Grundlage der speziellen floristischen Betrachtungen und der pflanzensoziologischen Situation auf den Flächen des Hof Waldensteins  bilden die allgemeinen landschaftsbezogenen Kartierungen von UNA (Hedinger) von 1984 und deren Novellierung 1998 und 2002. Auf der Grundlage der Umsetzung der empfohlenen Massnahmen ist eine Ausweitung und Stabilisierung der floristischen Artenvielfalt zu beobachten.

 

Analyse der faunistischen Lebensräume

Bis heute ist leider eine fundierte Analyse der faunistischen Situation auf dem Hof Waldenstein und dessen direktem Umfeld ausgeblieben. 2012 wurde im Rahmen des Beratungsprojektes der Bio Suisse, eine erste Analyse von zwei Leitarten auf der Hoffläche durch das FIBL und Climax durchgeführt. Die hohe Artenvielfalt in diesem Untersuchungsbereich lässt vermuten, dass dieser Ort für weitere Analysen und Forschungsprojekte z.B. zur Populationsdynamik gut geeignet wäre.

Ergebnis des erstes Teilprojektes zur Analyse der Fauna auf dem Waldenstein:

PDF: Kartierung von Tagfalterarten und Heuschrecken 2012 im Rahmen des Beratungsprojektes der Bio Suisse durchgeführt durch FIBL und Climax

 

Weitere Forschungsprojekte zur Biodiversität der Fauna Hof Waldenstein

Im Mittelpunkt eines künftigen interdisziplinären Forschungsprojektes sollte die Spezifizierung des faunistischen Potentials in landschaftsbezogener Hinsicht sowie naturschutzfachliche Habitatanalysen für ausgewählte Tiergruppen stehen. Neben der Darstellung der Habitatsituation sollte vor allem die Frage nach ihren Hauptgefährdungsursachen bzw. Überlebensengpässen im landwirtschaftlich genutzten Raum interessieren.

Landschaftsbezogene Analyse

Grundlage der speziellen faunistischen Betrachtungen sollte zunächst eine allgemeine landschaftsbezogene Analyse mit der Ermittlung von Flächennutzungs- bzw. Biotopstrukturen bilden.

Räumlich-funktionale Habitatanalyse

Für die Detailuntersuchungen sollten Flächen ausgewählt werden deren Biotoptypen einen repräsentativen Querschnitt der hofeigenen und angrenzenden Flächen in der näheren Region darstellen. Es könnten verschiedenen Biotoptypengruppen zusammengefasst werden: Feucht- und Nasswiesen, Wirtschaftsgrünland, nährstoffarme trockene Grasfluren, Grünlandbrachen sowie Rohboden- und Ruderalstandorte, Waldrand und Waldpazellen. Für die Standortanalyse (qualitative und semiquantitative Erfassung) sollten die Primärdaten nach den Kriterien der Artenvielfalt / Artenfülle, Vollständigkeit der lebensraumtypischen Artengemeinschaft (Repräsentanz) sowie der Gefährdungssituation (Rote Liste) ausgewertet werden.

Bei der räumlich-funktionalen Analyse, könnte die Verknüpfung raumbezogener Parameter (Eigenschaften wie Nutzungsart und -intensität, Flächengröße, Strukturvielfalt, Vernetzung, Zerschneidung, Feuchtigkeit) mit artbezogenen Parametern (Ansprüche der entsprechenden Tierart an den Lebensraum: an Flächeneigenschaften, Mikrohabitate resp. Minimalareale, Mobilität, Rekolonisationsdistanz) Inhalt der Untersuchung bilden.

Der Gesamt-Lebensraum des engeren Kernareals Hof Waldenstein setzt sich zusammen aus dem potentiellen Lebensraum, potentiellen Trittsteinbiotopen und den linearen Biotopen die das Areal durchkreuzen (nicht mehr genutztes Wegeareal, Hecken, ungemähte Wiesenrandstreifen, Waldränder, Bäche) und die somit als Wanderzonen dienen. Die Zuordnung konkreter Flächen zu den Arealtypen erfolgt artenspezifisch nach logischen Bedingungen hinsichtlich Flächennutzung, Biotoptyp, Flächenstruktur und / oder Flächengröße, wobei die Wanderzonen über Distanzfunktionen (Pufferzonen) bestimmt werden.

Die Kenntnis zu Mindestarealen und Wanderradien ist bei den meisten Arten relativ schlecht erforscht. Die Auswertung sollte im Hinblick auf zukünftige Chancen und Möglichkeiten des Artenschutzes im landwirtschaftlich genutzten Raum erstellt werden.

Untersuchungen zur Metapopulationsökologie

Mit Hilfe der Analyse der ermittelten Daten lassen sich in einem weiterführenden Forschungsteil Vorgänge zur Populationsbiologie beschreiben, die sich zum einen auf einzelne Subpopulationen beziehen, zum anderen auf die Interaktionen mehrerer dieser Subpopulationen untereinander. Auf deren Basis könnte in einem weiterführenden Forschungsprojekt der Genfluss ausgewählter Arten ermittelt werden und die daraus resultierende Massnahmen für den Natur-& Landschaftsschutz definiert werden.

Die Metapopulationsökologie sollte im Naturschutz vermehrt Anwendung finden, da sich mit ihr Prozesse in fragmentierten Landschaften beschreiben lassen.(mehr dazu unter Wikipedia: Metapopulation)

 

Weitere Untersuchungsreihen zur morpho-dynamischen Struktur von Pflanzen

Eine Untersuchungsreihe zur zeit-räumlichen Gestalt bei ausgewählten Wildpflanzen

„[...] Auf diesem Beweise beruht die Möglichkeit des thätigen Empirismus. Wir werden erst Physiker werden, wenn wir imaginative – Stoffe und Kr[äfte] zum regulat[iven] Maaßstab der Naturstoffe und Kr[äfte] machen.“ III, 448 (934)Novalis.

                 

Ein Ziel der verschiedenen Aktivitäten der letzten Jahre zur Förderung der Artenvielfalt auf dem Hof Waldenstein liegt in der erwarteten Stabilisierung und Verstärkung der vorgefundenen  Lebensfelder. Dieses lebendige Umfeld soll das "Gefässe" für verschiedene Züchtungsarbeit von Wildpflanzen bilden und eine förderliche Begleitung der angestrebten Wachstums- und Differenzierungsprozesse ermöglichen.

Diese Aufgabenstellung wurde bereits zu Beginn des letzten Jahrhunderts von Dr. Rudolf Steiner angeregt und mit der sehr allgemeinen aber anspruchsvollen Formulierung definiert "... dass es eine zukunftsfähige Pflanzenzüchtung nicht mehr wie bisher über Selektion oder Kreuzung zu realisieren sei....", In den letzten Jahrzehnten wurden von dieser speziellen Aufgabenstellung ausgehend, verschiedene Teilbereiche einer künftigen Pflanzenzüchtung erforscht (Arbeiten von Dr. E.& L. Kollisko. Dr. E. Pfeiffer, Dr. Hauschka, H. Erbe, H. Finsterlin u.A.) und eine entsprechende "Ansprechbarkeit" der Pflanzen in Teilbereichen beobachtet.

Als Arbeitsmethode wurde bei allen diesen Arbeiten die "Goetheanistische Forschungsmethode" gewählt. Sie strebt eine Verbindung von empirischen Methodik und holistischem Wesensverständnis an. Damit will sie die erkenntnistheoretische Spaltung von Subjekt und Objekt überwinden.

Da dieser Forschungsansatz explizit eine aktive "Mitwirkung" der Pflanze bei der Züchtungsarbeit postuliert, tauchen einige sehr grundlegende Fragenkomplexe auf.

Auf der Grundlage der Ergebnisse der Literaturstudien und eigenen Vorarbeiten in den letzten Jahren haben sich die folgenden Fragen ergeben:
 
Fragen zu Wesen und  Würde der Pflanzen, 
zur Entelechie einer Pflanze als Innehaben von Vollendungspotenzial,
zur Reaktionsfähigkeit resp. "Sprachfähigkeit" der Pflanzen,
zur Empfindungsfähigkeit und Wahrnehmungsmöglichkeit der Pflanzen
zur Kommunikationsmöglichkeit mit der Pflanze,
zur Evidenz der Reaktionsfähigkeit als Gestaltgeschehen
zur Zeit-& Raumgestalt der Pflanzen, (Metamorphosen-& Gestaltforschung)
zur Wirkung kleinster Entitäten von Stoffen und Kräften (damit verbunden die Präparatentwicklung)
zur Ernährung des Bodens versus Pflanzenernährung
 
Für die Erarbeitung dieser Fragenkomplexe ist eine über mehrere Jahre dauernde Tätigkeit erforderlich.
Begleitet wir diese Arbeit von einer wachsenden Arbeitsgruppe von Personen mit z.T. jeweils eigenen Forschungstätigkeiten in den erwähnten Themenbereichen.
Die Fragen zum Forschungskonzept und der Darstellbarkeit der Ergebnisse (zusätzlich zu einem Evidenzbeweis bei sichtbaren Veränderungen der Pflanzen) sind Gegenstand einer laufenden Planung.